DAB
Deutscher Akademikerinnenbund e.V. Gruppe Kiel

 UWE Meet and Greet 2019
 In Dundee/Schottland Organisation: Graduite Women of Scotland Gastgeber: Department of Equality and Diversity at the University of Dundee 17. – 19. Mai 2019


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Hotellobby In der Hotellobby

Abend im
                            Hotel Abend im Hotel
Brücke über den Tay Brückeüber den
                            Tay

 "Dicovery"   Schiff
                            "Dicovery"
Glamis Castle Glamis Castle

UWE-Gruppe  Gruppe


Schon in der Einladung wird der Unterschied zum Deutschen Akademikerinnenbund deutlich.


Die britischen Akademikerinnenverbände – es gibt getrennte für England, Schottland und Nordirland (Teil des irischen Verbandes) – sind enger an die Universitäten angebunden. So fanden die Vorträge in der Universität von Dundee statt. Entsprechend wurden wir als erstes vom Direktor des Department of Equality und Diversity der Universität in einer kleinen Rede begrüßt.

 

80 Frauen aus acht europäischen Akademikerinnenbünden waren der Einladung der Schottinnen gefolgt, die dieses Freundschaftstreffen unter das Thema "My Story – My Identity"gestellt hatten.

Auch fünf deutsche Frauen – zwei davon Mitglieder im Bundesvorstand (CER und Schatzmeisterin) sowie 3 Kielerinnen und ein Ehemann waren in Dundee dabei. Da Dundee einige große moderne Hotels hat, war es den Organisatorinnen gelungen fast alle Gäste in einem Hotel unterzubringen, so dass man sich dort in der Lobby und im Restaurant immer wieder traf und sich besser kennenlernte. Hierdurch wurde das Ziel solcher Freundschaftstreffen, Kontakte zu knüpfen, hervorragend erreicht.

 

Am Freitag Nachmittag gab es nach einem Begrüßungskaffee in der Lobby der Universität vier Impulsvorträge zum Thema "My Story – My Identity". Die Teilnehmerinnen wurden aufgefordert, zu diesem Thema ebenfalls zweiseitige englische Texte über sich anzufertigen. Die Betreuerin dieses Projektes möchte daraus bis Herbst ein eBook machen, das dann per Internet über die Website der University of St. Anrews abgerufen werden kann.

 

Samstag Morgen wurden dann zum selben Grundthema weitere Vorträge gehalten, aber nach den strengen Regeln der aus Japan auch nach Europa übergeschwappten Vortragstechnik "Pechakucha" . Diese schreibt eine maximale Redezeit von 6 Minuten und 40 Sekunden bei gleichzeitiger Präsentation von 20 Bildern, die alle 20 Sekunden wechseln, vor. Keine leichte Anforderung aber hervorragend geeignet zu "Fasse Dich kurz und präzise".

 

Diese inhaltlichen Programmpunkte waren von geselligen Veranstaltungen begleitet. Es gab einen Empfang im City Council durch die Bürgermeisterin von Dundee. Dabei wurden die Rednerinnen durch einen Zeremonienmeister in historischer Kleidung angekündigt.  Zwei gemeinsame Abendessen, eines davon begleitet von traditioneller schottischer Musik, sorgten für das bessere Kennenlernen und viele Gespräche über Ländergrenzen hinaus. Ansonsten wurden wir zwischendurch reichlich mit landestypischen Sandwiches versorgt.

 

Daneben blieb aber noch Zeit für Besichtigungen von Stadt und Umgebung, sei es organisiert oder individuell.

 

Dundee liegt an der Nordsee an einem Fjord , in den Fluss Tay mündet. In Deutschland und darüber hinaus wurde dieser Fluss berühmt durch das Gedicht von Theodor Fontane "Die Brücke am Tay", geschrieben 1879, nachdem diese damals längste Brücke der Welt, 1878 eingeweiht, bei einem Sturm ein Jahr später zusammenbrach und einen Zug mit in die Tiefe riss.

 

Die Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu erfinden müssen. Sie war Walfangzentrum, dann die Weltstadt der Juteproduktion vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts und heute ein Zentrum für Naturwissenschaften, Design und Tourismus. Die Universität ist eine 1968 vollzogene  Ausgründung aus der University of St. Andrews, die etwa 20 km entfernt liegt. Dazu kam in den achtziger Jahren noch eine Hochschule für Design, insgesamt etwa 25 000 Studierende.

 

Moderne Hotels locken Touristen an, denn Dundee bietet einiges. Vielleicht nicht so sehr als Stadt, die den Charme einer alten Industriestadt mit historisierten Gebäudefassaden hat, aber auch viel Industriebrache aus der Juteindustrie, sondern es gibt eine Vielzahl von Museen und eine reizvolle Umgebung .

 

Das sehr  eindrucksvolle, im September 2018 eröffnete Viktoria & Albert-Museum, eine Dependance des Londoner V&A, zeigt Design von Dundee und Schottland. Es wurde von dem berühmten japanischen Architekten Keno Kuma als ein "livingroom for the city" entworfen.


Direkt daneben liegt die "Discovery", ein in Dundee 1901 gebauter Dreimaster zur Erforschung der Antarktis. Wenn man von einer bestimmten Seite auf Museum und Bark schaut, hat auch das Museum die Form eines Schiffes. Zu der "Discovery" gehört aber, auf der anderen Seite des Schiffes gelegen, noch ein spezielles Museum, das die ersten Expeditionen des Robert Falcon Scott in die Antarktis von 1901 -1904 mit der "Discovery" dokumentiert.

 

Für uns, die wir privat die Museen besuchten, waren es eindrucksvolle Momente. Die Veranstalterinnen des Treffens hatten aber auch eine Führung durch die Verdant Works organisiert, eine alte Jutefabrik, in der die alten Maschinen in Aktion erlebt werden konnten.

 

Am letzten Tag spaltete sich die Gruppe. Ein Teil fuhr in das nahegelegene St. Andrews, der andere nach Glamis Castle, dem Geburtsort der 1900 geborenen "Queen Mum  Elisabeth". Wir deutschen Teilnehmer fuhren wegen des schlechten Wetters alle mit einem Bus durch eine hügelige hübsche Landschaft dorthin, die z.T. Naturschutzgebiet war. In einer Führung lernten wir das Leben der Royals kennen, wenn sie auf Glamis ihre Verwandten besuchten.

 

Damit ging ein sehr anregendes Treffen zu Ende. Am 20. Mai war dann das große Abschiednehmen und die Rückkehr in die eigene Heimat.

 

Uns bleibt, ein großes Danke zu sagen an Fiona Sutherland, die Präsidenten des Schottischen Verbandes und ihr gesamtes Organisationsteam.



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